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Winterdienst

Eine neue Revolution: E-LKW im Winterdienst

Datum
26.1.26
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Der Einsatz schwerer Elektro-LKW im anspruchsvollen Winterdienst galt lange als unmöglich. Ein bahnbrechendes Pilotprojekt beweist nun das Gegenteil und liefert einen entscheidenden Baustein für die nachhaltige Zukunft des Strassenunterhalts.

Der Bund verfolgt im Rahmen der Energiestrategie 2050 klare Ziele zur Reduktion der CO₂-Emissionen. Das ASTRA strebt an, bis spätestens 2050 alle betrieblichen Unterhaltsfahrzeuge auf den Nationalstrassen auf emissionsarme oder emissionsfreie Antriebe umzustellen. Die Dekarbonisierung des Schwerverkehrs ist eine grosse Herausforderung und erfordert eine vertiefte Analyse technischer, betrieblicher und wirtschaftlicher Aspekte. Deshalb arbeitet ASTRA mit der Fachhochschule St. Gallen zusammen, die ein Konzept zur optimalen Dekarbonisierung entwickelt hat. Dieses Konzept bildet die Grundlage für die praktischen Tests im Pilotprojekt. Das Projekt untersucht zwischen 2024 und 2027 den Einsatz von batterieelektrischen LKW im Winterdienst, um wichtige Erkenntnisse zu Wintereinsatz, Ladetechnologie, technischer Machbarkeit, Reichweite und Betriebseffizienz zu gewinnen. Diese Erkenntnisse dienen der nachhaltigen Umsetzung der Energiestrategie 2050.

Über das Fahrzeug: Vollwertiger Ersatz im Winterdienst

Der elektrische LKW muss mindestens 72 Stunden am Stück im Winterdienst arbeiten. Er ist mit zwei Schneeräumschilden ausgestattet – vorne und seitlich – um eine Schwarzräumung der Strassen zu gewährleisten. Gleichzeitig kann ein Salzstreuer betrieben werden, der Trocken- und Feuchtsalz ausbringt. Ausserhalb des Winterdienstes bleibt der LKW flexibel einsetzbar: Über ein Hakengerät können verschiedene Aufbauten montiert werden, sodass er auch für Sommeraufgaben oder Spezialtransporte genutzt werden kann. Das Ziel ist klar: Der E-LKW muss ein vollwertiger Ersatz für Diesel-Fahrzeuge sein, ohne Einbussen bei Einsatzmöglichkeiten, Geschwindigkeit, Leistung, Drehmoment oder Traktion.

Testzeiträume und Einsatzbedingungen

Die Einsatzfähigkeit des LKW wurde in gezielten Testphasen überprüft. Im Februar 2025 fand der Wintereinsatz statt: Viel Schnee auf den Nationalstrassen, ein langer Dauereinsatz des E-LKW von über 72 Stunden sowie die Belastung für Schneeräumschild und Salzstreuer lieferten aussagekräftige Kennzahlen für Reichweite, Ladebedarf und Einsatzdauer. Im März 2025 folgte der Härtetest in den Bergen mit Extrembedingungen, viel Schnee, grossen Steigungen und schwierigem Gelände sowie Belastungen im Grenzbereich für Antrieb und Traktion. Das Fahrzeug bewältigte Berg- und Extrembelastungen problemlos, womit die technische Leistungsfähigkeit bestätigt wurde.

MSC-Ladung: Maximale Reichweite für Dauereinsätze

Mit der hochleistungsfähigen MSC-Schnellladung (Maximum Supply Charge) kann die Batteriekapazität eines E-LKW kurzfristig um bis zu 900 kWh aufgeladen werden. Diese Ladung ist entscheidend, denn während eine normale Winterrunde etwa 300 kWh Nachladung erfordert, ermöglicht die MSC-Ladung mehrere volle Einsatzrunden – selbst unter extremen Bedingungen wie Kälte, Schnee oder Steigungen. Sie gewährleistet zuverlässig lange Einsatzzeiten von über 72 Stunden, meistert Berg- und Extrembelastungen ohne Unterbrechung und versorgt mehrere Fahrzeuge gleichzeitig an einer Ladesäule, ohne das Stromnetz zu überlasten. Stationäre Batteriespeicher sorgen dafür, dass diese Leistung effizient und unabhängig vom lokalen Stromnetz bezogen werden kann.

Ladeinfrastruktur und Batteriespeicher

Die Ladeinfrastruktur ist entscheidend für einen zuverlässigen Winterdiensteinsatz. Elektro-LKW benötigen kurzfristig hohe Ladeleistungen, die nicht vollständig vom Stromnetz abgerufen werden sollten. Deshalb kommen stationäre Batteriespeicher zum Einsatz, die Spitzenlasten abfedern (Peak-Shaving). Dadurch können Fahrzeuge unabhängig vom Energieversorger geladen werden, und mehrere Fahrzeuge können gleichzeitig laden (Parallelladung). Die Pilotprojekt-Infrastruktur umfasst Trafostationen mit 3 × 1’250 kVA auf Werkhöfen und 2 × 1’000 kVA an Stützpunkten, eine Photovoltaik-Fläche von ca. 7’690 m² (bestehende Anlagen werden integriert, teilweise neu erstellt) sowie einen Vollausbau für bis zu 6 Fahrzeuge gleichzeitig, von denen zwei an MSC-Säulen laden können.

Betriebliche Umsetzung und Erkenntnisse

Die Einführung der E-LKW erfordert angepasste Betriebsabläufe: Ladezeiten müssen geplant, Notfallkonzepte erstellt und externe Dienstleister in die gleichen Anforderungen eingebunden werden. In Bezug auf Flexibilität und Effizienz können Front- und Seitenschieber gleichzeitig im Einsatz zur Schneeräumung genutzt werden, der Salzstreuer ist für Trocken- und Feuchtsalz ausbringbar, die Aufbauten für Sommer- und Spezialaufgaben sind über das Hakengerät wechselbar, und die Leistung in Bezug auf Drehmoment, Traktion und Geschwindigkeit liegt auf Diesel-Niveau.

Fazit

Die Ergebnisse des Pilotprojekts sind eindeutig: Der elektrische LKW hat sich als technisch vollwertiger Ersatz für konventionelle Diesel-LKW erwiesen und sämtliche anspruchsvollen Berg- und Extremtests erfolgreich bestanden. Entscheidend für diesen kontinuierlichen Einsatz war die leistungsfähige Ladeinfrastruktur mit integrierten stationären Batteriespeichern. Damit zeigt das Projekt, dass die Dekarbonisierung des Winterdienstes nicht nur realistisch, sondern auch effizient und praktisch umsetzbar ist. Der getestete E-LKW vereint erfolgreich die drei zentralen Anforderungen Nachhaltigkeit, Flexibilität und Betriebssicherheit in einem Fahrzeug und eröffnet damit den Weg zu einer signifikanten Reduktion der CO₂-Emissionen im Schwerverkehr.

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